Es gibt verschiedene Notizapps, die ich ausprobiert habe, aber immer hat mich etwas daran gestört. Entweder war es der mir nicht zusagende Funktionsumfang, die Beschränkung auf ein oder wenige Betriebssysteme oder das Abosystem.

Daraus resultieren auch meine wichtigen Kriterien:

  • Felxibilität
  • Darstellung verschiedener Datei-Formate
  • Arbeiten mit Vorlagen
  • Unabhängigkeit vom Betriebssystem
  • Verknüpfung von Notizen untereinander
  • Verwendung von Tags
  • handschriftliche Annotation

Diese Kriterien habe ich in obsidian.md gefunden. Die Notizen beruhen dort auf dem Markdown-Format, welches man mit jedem x-beliebigem Texteditor öffnen kann. Armin Hanisch hat in seinem Blog die Vorteile von Markdown in diesem Artikel sehr plausibel offen gelegt. In einem weiteren lesenswerten Artikel hat er auch den Einsatz von Tags für Sammlungen verfasst, an dem ich mich orientiert habe, um meine Sammlung von allerlei digitalen Dingen aus Padlets nach Obsidian neu anzulegen. Hierzu kann man sich eine Vorlage anlegen, die bei mir wie folgt aussieht:

---
tag:
---
# {{title}}
Datum: {{date:DD-MM-YYYY}}
Uhrzeit: {{time}}
Beschreibung:
URL:
Vorschau:

Meine Sammlung kann ich so nach bestimmten Tags durchsuchen. Obsidian lässt sich allerdings auch nach Dateien, Pfaden und angelegten Notizen durchsuchen, was mir ermöglicht, sehr schnell alles zu finden, was ich suche. Man kann jeden beliebigen Ordner auf seinem Rechner als Vault öffnen (so nennt das Programm einzelne Instanzen), womit man theoretisch seinen ganzen Datenbestand über Obsidian verwalten könnte. Teilweise mache ich das auch so und halte meine Daten mit dem Tool syncthing auf meinen Endgeräten in den Vaults synchron.

Meine PDFs, Bilder und Audiodateien kann ich direkt in Notizen einbinden, so dass ich die Materialien z.b. für den Unterricht oder zur Vorbereitung des selbigen direkt ansehbar in einer einzigen Notiz mit der Unterrichtsvorbereitung anlegen kann. Das macht Suchen nach den richtigen Dateien und anordnen von Fenstern auf dem Desktop überflüssig. Das einzige was mir hier fehlt, ist eine Funktion zur handschriftlichen Annotation der Notizen. Ich denke, dass das aber bald verwirklicht wird, da es schon länger auf der To-Do-Liste des Entwicklerteams steht. Zur Zeit behelfe ich mir mit Xodo (PDF-Editor), um in PDFs zu schreiben, welches sehr zu empfehlen ist. Machbar ist das natürlich mit jedem anderen PDF-Editor, der teilweise schon auf Smartphones und Tablets vorinstalliert ist.

Eine weitere tolle Funktion ist die Wiki-Struktur von Obsidian. So kann ich jede Notiz in einer weiteren Notiz verlinken und auch direkt vor Ort anzeigen lassen. Oft nutze ich auch die Möglichkeit mehrere Notizen nebeneinander oder übereinander anzuordnen (die einzelnen Bereiche nennen sich hier Panes) und diese miteinander zu verbinden, so dass sie simultan scrollen. Das ergibt vor allem dann Sinn, wenn man in einem Pane den Editor- und in dem anderen den Vorschau-Modus der gleichen Notiz geöffnet hat.

Eben habe ich das Tool syncthing zur Synchronisation meiner Vaults auf den Endgeräten erwähnt. Da es in Obsidian zur Zeit noch keine Anbindung von Cloud-Diensten gibt und ich nicht bereit bin, den kostenpflichtigen Sync-Dienst von Obsidian zu abonnieren, nutze ich syncthing. Ebenfalls ein kleines aber feines OpenSource Tool, das nach Einrichtung der zu synchronisierenden Ordner auf den verbundenen Geräten zuverlässig und verschlüsselt seine Arbeit macht.

Was Obsidian für ziemlich jeden interessant macht ist, dass es das Tool für alle gängigen Betriebssysteme Windows, MacOS, Linux, Android, iOs gibt.

Fazit:

Mit Obsidian habe ich ein nachhaltiges Notizprogramm, mit dem ich noch immer Herr über meine Daten bin, keinen Abo-Dienst nutzen muss und plattformunabhängig bin. Meines Erachtens hat es meinen Workflow im Gegensatz zu anderen Programmen deutlich verbessert!

Wen ich neugierig gemacht habe, dem wünsche ich viel Spaß beim Ausprobieren und Anwenden!

Gerne könnt ihr einen Kommentar auf Twitter bei mir unter @teachitalizer hinterlassen.